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DIE VISION VOM GESUNDEN MENSCHEN
Zum Diskurs über Prädiktion und Gentherapie

Tagung in Alt Rehse, 9. - 10. Juni 2017

EBB Alt Rehse
Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse

           

Die Möglichkeiten der Gendiagnostik und der Gentherapie werden unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit, unseren Umgang damit und letztlich das Verständnis, was der Mensch ist, entscheidend verändern.
            Die genetische Diagnostik eröffnet die Möglichkeit der individuell maßgeschneiderten und damit wirksameren medikamentösen Behandlung des einzelnen Patienten, meist als personalisierte Medizin bezeichnet. Dabei steht allerdings nicht der Mensch als selbstbestimmungsfähige Person, sondern der einzelne Patient mit seinen Biomarkern im Mittelpunkt. Psychomarker und Soziomarker werden vernachlässigt und das Verständnis von Gesundheit und Krankheit droht wieder „biologisiert“ zu weden. Dies geschieht auch bei der Prädiktion, die entweder genetische Dispositionen identifiziert, die später im Leben des betreffenden Menschen zu Erkrankungen führen können,  oder Anlageträgerschaften, die erst bei Nachkommen zu Krankheiten oder Behinderungen führen können. In der sich international entwickelnden Disziplin der „Public Health Genetics“ werden Konsequenzen wie  individuelle Verhaltensänderungen und Eigenverantwortlichkeit, aber auch die sogenannte Reproduktionsverantwortung diskutiert. Droht eine Moralisierung des Gesundheitsbegriffs? Geht es um Selbstbestimmung oder um Pflichten zur gesundheitlichen Optimierung?
            Treiber der Diskussion sind die enormen technischen Fortschritte auf dem Gebiet der Eingriffe in das menschliche Genom, das sog. Genome Editing durch Techniken wie CRISPR/Cas. Diese erlauben gezielte  Eingriffe zur Heilung von Krankheiten, aber auch Eingriffe in die Keimbahn, Eingriffe die dann noch einmal zu unterteilen sind in die Verhinderung von Erbkrankheiten und solche zur Optimierung des Menschen. Alte, überwunden geglaubte eugenische Gedankenmuster leuchten wieder auf.
            Information und Diskussion, wie die neuen Entwicklungen in Prädiktion und Gentherapie bewertet werden können und wie mit ihnen vor dem Hintergrund geschichtlicher Kenntnisse und Verantwortung umgegangen werden sollte, sind Ziel der Alt-Rehse-Konferenz 2017.

Als Referentinnen und Referenten haben bisher zugesagt:

                        •  Dr. Tobias Eichinger, Zürich
                        •  Prof. Dr. Boris Fehse, Hamburg
                        •  Prof. Dr. Regine Kollek, Hamburg
                        •  Prof. Dr. Reinhard Merkel, Hamburg
                        •  Prof. Dr. Ingrid Schneider, Hamburg
                        •  Dr. Oliver Tolmein, Hamburg
                        •  Uta Wagenmann, Berlin
                        •  Ludger Weß, Hamburg

Dies ist die vierte Tagung in der Reihe „Alt Rehser Wissenschaftsforum“, die von der 2001 gegründeten Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse (EBB Alt Rehse) veranstaltet wird. Die EBB Alt Rehse hat sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der ehemaligen NS-„Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“ in Alt Rehse aufzuarbeiten und zum Ausgangspunkt von verschiedenen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Bildungsangeboten zu machen, die sich auch mit aktuellen Fragen beschäftigen.
            Innerhalb dieses Programms nimmt das „Alt Rehser Wissenschaftsforum“ eine zentrale Rolle ein: Alle zwei Jahre wird eine Tagung zum Thema „Ethik in der Medizin und im Gesundheitswesen“ durchgeführt, die relevante aktuelle Fragestellungen und Probleme der Biomedizin und Bioethik vor dem Hintergrund der Geschichte zum Thema hat.
            Die Tagungen werden vom Wissenschaftlichen Beirat der EBB Alt Rehse unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Baader, Berlin und Dr. Michael Wunder, Hamburg konzeptionell vorbereitet.

 

                        Kontakt:
                                   EBB Alt Rehse
                                   Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse
                                   Am Gutshof 1
                                   17217 Penzlin – OT Alt Rehse

                                   Tel.:     03962 - 22 11 23
                                   Fax:     03222 - 688 51 44
                                   Mail:   info@ebb-alt-rehse.de

Informationen, aktuelles Tagungsprogramm und Anmeldeformular können demnächst auf der Webseite der EBB Alt Rehse ( www.ebb-alt-rehse.de ) abgerufen werden. (PDF)